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Der Lupe–Treff 2011

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Geselliger Tag für Lupe Reisen−Fans


Freitag, 17. Juni bis Sonntag, 19. Juni 2011
Eichstätt im Altmühltal

Rückblick auf den Lupe–Treff 2011

Blick von der Unterkunft auf Eichstätt im abendlichen Sonnenlicht

Mit einem vielfältigen Programm hatte Lupe Reisen vom 17. bis 19. Juni 2011 zum Lupe Treff nach Eichstätt ins Altmühltal geladen. Rund 30 gut gelaunte Teilnehmer trafen sich am 17.06. bei unerwartet schönem Wetter, um die Residenzstadt bei einem ersten Er­kun­dungs­gang mit Barbara Schöfer kennen zu lernen. Der stimmungsvolle Kreuzgang des Domes bot den passenden Rahmen für Erläuterungen zur Geschichte Eichstätts. Der angelsächsische Missionar Willibald hatte im 8. Jh. ein Kloster gegründet, das zur Keimzelle der späteren Stadt wurde. Im deutlich gotisch geprägten Dom beeindruckte vor allem der Pappenheimer Altar. Mit großer Präzision hatte ihn ein unbekannter Bildhauer Ende des 15. Jhs aus einem einzigen Stück des heimischen Jurakalks heraus gearbeitet. Aus dem gleichen Material hatte 1718 Gabriel de Gabrieli die prächtige Westfassade des Doms gestaltet. Daran und an der prachtvollen Residenz ist auch heute noch gut zu sehen, was sich die Eichstätter Bischöfe im 17. Jh leisten konnten. Der Selbstdarstellung diente auch die Sommerresidenz der Bischöfe mit dem anschließenden Hofgarten. Einst kleinteiliger Renaissancegarten hatte man ihn im 19. Jh zum Landschaftspark mit besonderen Bäumen umgestaltet. Kompetent erläuterte Chefbiologe Eberhard Seliger einzelne Arten wie Tulpenbaum, Mammutbaum, Judasbaum oder die Kaukasische Flügelnuss.
Nach so viel Fachwissen sollte ein kleiner Spaziergang den Appetit für das Abendessen fördern. Doch schon nach wenigen Schritten bot sich die Gelegenheit, auf das in der Region einst typische Jurahaus einzugehen. Noch heute werden, wie ein Haus am Wegesrand zeigte, Häuser mit den Kalkplatten gedeckt, die nicht genagelt, sondern nur gelegt werden. Weiter ging es ein Stück auf dem Panoramaweg bergan, bis sich bald ein schöner Blick auf Eichstätt in seinem sehr breiten Tal bot. Der warf auch gleich die Frage auf, wie ein so kleiner Fluss wie die Altmühl ein so breites Tal erschaffen konnte. Die Donau war’s, wusste Barbara Schöfer gekonnt zu erklären. Sie hatte einst das Tal ins Juragestein gegraben, sich später aber ein neues Bett gesucht. Für die kleine Altmühl kam das Tal gelegen, auch wenn es ihr immer ein wenig zu groß war. Ins Tal zog es dann auch die Gruppe wieder, denn im Gasthof Krone wartete schon ein schmackhaftes Abendessen und auch Lupe Gründer Axel Neuhaus stieß nach beschwerlicher Anreise dort endlich zur Gruppe.

Im Domkreuzgang erläutert Barbara Schöfer die Geschichte Eichstätts

Der Samstagmorgen stand ganz im Zeichen der Stadtgeschichte. Bei einer Stadtführung konnte Frau Hanauska mit viel Fachwissen die Stadtgeschichte erläutern und brachte auch interessante religiöse Aspekte ins Ge­spräch. Der Besuch der Abtei St. Walburg mit der Begräbnisstätte der Gebeine der heiligen Walburga bot dazu einigen Anlass, wird der Flüssigkeit, die zu bestimmten Zeiten aus dem Sarkophag fließt, doch auch heute noch heilende Wirkung zugesprochen. Doch auch die prächtige Ausstattung von Kirche und Gruft sowie die vielen Dankes­gaben der Gläubigen beeindruckten die Gruppe sichtlich. Pracht etwas anderer Art war dann in der bischöflichen Residenz zu sehen. Statt eines religiösen hatte sich der Bischof bei der Gestaltung des Treppenhauses und des Spiegelsaals für ein mythologisches Bildprogramm entschieden. Das bot nicht nur mehr nackte Haut, sondern konnte mit der passenden Themenwahl — dem Sturz des Phaeton im Deckenfresko des Treppenhauses — die Untertanen auch eindrücklich zu unterwürfigem Verhalten mahnen. Beim anschließenden Spaziergang über den Frauenberg erörterte Barbara Schöfer nicht nur die geologischen Gegebenheiten vor Ort, sondern legte auch dar, wie sie den Boden, die Pflanzen- und die Tierwelt beeinflussen. Als der Nieselregen einsetzte, war die Gruppe gerade auf der Willibaldsburg an der Burgschenke angekommen und konnte unter historischem Gewölbe zu Mittag essen. Weit zurück in der Erdgeschichte ging es dann im Juramuseum. Ob Pflanze, Tier oder Kotspur, all die fein sich abzeichnenden Versteinerungen stammen aus der Jurazeit und entstanden vor rund 150 Mio. Jahren in einer Lagune, die sich damals dort befand, wo heute Eichstätt liegt. Vom Urvogel bis zum Quastenflosser waren die verschiedensten Tier zu sehen. Für besonderen Eindruck sorgte der Pfeilschwanzkrebs, der als Fossil in Versteinerungen, dessen lebender Verwandter aber auch im Aquarium zu sehen war. Nun stand der Hortus Eystettensis, der rekonstruierte ehemalige Prachtgarten der Bischöfe auf einer der Bastionen der Willibaldsburg auf dem Programm. Seine Reize zeigten sich jedoch nur denen, die bereit waren, trotz des nun strömenden Regens den interessanten Ausführungen von Eberhard Seliger zu Blasenstrauch, Paternosterbaum oder der Opuntie zu folgen. Umso mehr Interesse fanden im Anschluss in der Unterkunft Nachdrucke einzelner Abbildungen aus dem Buch, das 1613 als Kupferstich zum Garten erschienen war und 367 Pflanzentafeln enthielt.

Der Archaeopteryx – missing link zwischen Reptil und Vogel in der Versteinerung ...

Der Abend stand ganz im Zeichen des Angebots von Lupe Reisen. Den Auftakt machte Dr. Benno Zimmermann mit schönen Bildern seiner eben abgeschlossenen Reise ins Hochgebirge des Pollino in Süditalien. Ein Abstecher mit Barbara Schöfer in die zauberhaften Landschaften Lykiens in der Südtürkei schloss sich an. Axel Neuhaus konnte dann mit sehr schönen Bildern des Ehepaars Steffen für die Wanderreise Albanien werben. Als Spätsommerziel stellte schließlich Barbara Schöfer den Pilion in Mittel­griechen­land vor. Und Eberhard Seliger gab Einblick in die Entwicklungen des Lupe Reisen Spezial­zieles Nordzypern und stellte außerdem einige Unterkünfte in Südzypern vor. Beim an­schließen­den Abendessen konnten dann ge­mein­same Reisepläne geschmiedet werden. Hoffnungsfroh machte man sich auch am Sonntag wieder zu Fuß auf den Weg, um trocken auf den Blumenberg anzukommen, wo Willi Bergér bei umfassenden Erörterungen zur Geologie, zu den Versteinerungen und zur industriellen Nutzung der Plattenkalke die letzten offenen Fragen beantworten konnte. Wie sehr die Fossilienfaszination auf die Gruppe übergesprungen war, zeigte sich beim Rückweg. Die Schutthalden am Wegesrand lockten doch immer wieder zur Suche nach Versteinerungen. Der ein oder andere konnten dabei noch eine schöne Erinnerung an Eichstätt im Rucksack mitnehmen. Beim abschließenden Mittagessen in Eichstätt war man sich einig, ein gelungenes Wochenende in netter Gesellschaft erlebt zu haben und beschloss, auch den Lupe Treff vom 29.06. bis 01.07.2012 in Eisenach in Thüringen mit Besuch der Wartburg auf den Terminkalender zu setzen.

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